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Die Pflanzenfamilie Gesneriacae wird offiziell als Gloxinienpflanzen oder auch als Topfpflanzenfamilie bezeichnet. Wir sind
so begeistert von dieser schönen blütenreichen Familie, dass wir uns „Gesneriaster“ nennen. Es gibt weltweit ein paar
tausend, davon die meisten in den U.S.A., wo man den ersten Verein 1951 gründete. Der schwedische Verein startete 1993,
und im Jahr darauf begannen wir unsere Zeitschrift „Gesneriastnytt“ herauszugeben. Der Name bedeutet auf deutsch: Neues von
den Gesneriasten. Diese hat fast 500 Abonnenten in 10 Ländern, die meisten natürlich in Schweden. Wir tauschen Pflanzen,
Stecklinge und Samen, nehmen an Gartenmessen teil und ordnen Ausstellungen an.
Was so viel Freude macht mit diesen Pflanzen zu arbeiten und zu sammeln, ist die Einfachheit mit bloß einem Blattteil oder einer Schuppe von einem Rhizom (Erdstamm), oder von einem Ableger von einer Knolle, eine Pflanze wachsen zu sehen. Es ist auch nicht besonders schwer, Pflanzen von Samen hoch zu ziehen. Es ist leicht die Blüten zu bestäuben und eigene Samen zu ernten. Unser Samenfond ist sehr beliebt und wir brauchen ständig aufs Neue Samenspenden von unseren Mitgliedern. Die meisten Hybriden geben keine Samen, weil sie steril sind, aber man kann trotzdem von einer Pflanze etwas abgeben, in dem man die Pflanze in kleine Stücke teilt. Interessant ist auch, dass man Arten von verschiedenen Gattungen kreuzen kann. Viele von den schönsten Sorten sind auf diese Weise entstanden.¨
Die Blume nach links ist eine Chirita tamiana, eine kleine Art, die man erst vor 10 Jahren in Nordvietnam entdeckt hat. Diese setzt spontan Samen und ist leicht durch ein Blatt zu vermehren. Die Gattung der Chiritas gibt es in vielen Arten verbreitet über Südostasien. Sie werden immer beliebter unter unseren Mitgliedern. Neue Arten der Familie Gesneriacae werden ständig entdeckt. Gegenwärtig schätzt man die Anzahl Arten auf 3300 verteilt auf 159 Gattungen. Viele davon waren wohlbekannte Toppflanzen seit dem 19en Jahrhundert. Sinningia speciosa, stammt von Brasilien. Sie wird im Volksmund Gloxinia genannt und hat der Familie in Schweden den Namen Gloxiniapflanzen gegeben. Sie genoss ihre größte Beliebtheit in Europa im 19en Jahrhundert und in den U.S.A. Mitte des 20en Jahrhunderts. Sie kann im Winter ruhen und hat Knollen, die von Jahr zu Jahr größer werden. Sie brauchen sehr viel Licht. Außerdem gibt es in der Gattung Sinningia sowohl winzig kleine wie hoch gewachsene Arten.
Die Kornettblumen, Streptocarpus, sind immer beliebt. Es gibt rosettenförmige, verzweigte und einblättrige Sorten. Allesamt stammen aus Afrika, die meisten aus Südafrika. Die alten Sorten mit ihren großen Blättern und Blüten haben immer noch ihre Verehrerschar, aber sie gedeihen am besten in alten Holzhäusern. Es gibt auch neue Sorten mit mehreren und kleineren Blüten, die besser die hohen Zimmertemperaturen von heute vertragen. Sie sind leicht von einzelnen Blättern oder Blattteilen, oder auch durch Pflanzenteilung zu vermehren. Die einblättrigen kann man meist nur durch Samen vermehren. Die verzweigten vermehrt man durch kappen der Spitze, so formt man auch die Pflanze, wenn man will.
Achimenes sind Latein für eine kleine Pflanze mit großen oft lila Blüten (Achimenes auf Latein). Sie verblüht schnell im Herbst, wenn es dunkel wird. Der Topf ist dann voll von kleinen „Zapfen“, so genannten Rhizomen, die man gut an Freunde und Verwandte verschenken kann. Es gibt sie in mehreren Farben, Formen und Größen. Versuchen Sie es als Ampel-Pflanze!
Viele Familienmitglieder sind so gewöhnlich, dass sie schwedische Namen bekommen haben: Aeschynanthus (Ampelfackel auf Schwedisch), Hängepflanzen aus Südasien. Koleria (Narrenkappe), Kräuter mit farbfreudigen gepunkteten Blüten, kommen wie andere folgende aus Südamerika: Episcia (Kupferblatt), farbfreudige Bodendecker, Nematanthus (Kussmund), kleine Büsche oder Schlingpflanzen mit blanken Blättern, Columnea (Feuerranke), Schlinggewächse mit großen löwenmaulähnlichen Blüten in rot, orange oder gelb; Codonanthe (Ameisenranken), oft weissblütige Hängepflanzen, die am liebsten auf Ameisenhaufen wachsen. Und dann noch die Usambaraveilchen (Saintpaulia) aus Afrika.
Die Hauptaufgabe der Gesneriasten ist es, diese wunderbaren Pflanzen zu verbreiten und zu bewahren. Fast alle ausprobierten Sorten eignen sich für den Innen-Haus-Gebrauch. Es gibt auch viele, die im Sommer für draußen geeignet sind. (aber nur zwei Gattungen: Haberlea und Ramonda eignen sich für das ganze Jahr hindurch in ganz Schweden, ein Teil wächst am besten im Gewächshaus. Mehrere Sorten werden von der Urbevölkerung als Medizin angewendet, viele wilde sind durch Ausrottung gefährdet, wenn die natürliche Umwelt verschwindet.
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